Haus Bruno Lambart

Weitergebaut

Wiederaufbau

Es war der Eindruck der zerstörten Städte nach Ende des Zweiten Weltkriegs, der Bruno Lambart zum Architekturstudium in Stuttgart brachte. Er prägte seit seinem Abschluss 1951 mit seinem umfangreichen Werk den Wiederaufbau in Deutschland. Lambart verstand sich als Dienstleister der Nutzer, der nicht aus Formalismen heraus entwarf, sondern zeitgemäßem Bauen und einer steten Weiterentwicklung Raum gab – Maßstäblichkeit und der meist städtische Kontext waren dabei seine Parameter. In dieser Haltung finden sich auch Ana Vollenbroich und Annelen Schmidt-Vollenbroich wieder, die mit Studio Nidus ein Büro für Entwicklung und Entwurf gegründet haben – vornehmlich für den Erhalt von Bestandsobjekten, als Spiegel des historisch gewachsenen und vielfältigen urbanen Raums.

Anzahl Wohneinheiten5
Wohnfläche 575 m²
StandortDüsseldorf
ArchitekturNidus Studio GmbH
Award-KategorieRevitalisierung
PlanungsbüroNidus GmbH
Zum Profil
FotografieAnnika Feuss, Marie Kreibich
(...) Das Projekt ‚Haus Bruno Lambart‘ ist daher ein wichtiger Stadtbaustein, der als Zeitzeuge an den Wiederaufbaugeist der Nachkriegsjahre erinnert und zur Authentizität des Düsseldorfer Stadtbildes beiträgt.

Ana Vollenbroich, Annelen Schmidt-Vollenbroich

So auch das Wohnhaus Bruno Lambarts, das er 1955 in seiner Heimatstadt Düsseldorf erbaute und das sein einziges Wohngebäude blieb. Im Erdgeschoss und im Souterrain, das sich zum Garten hin als Vollgeschoss öffnet, integrierte er sein erstes Architekturbüro, anfangs noch in Bürogemeinschaft mit Günther Behnisch. Die oberen Geschosse waren allein der Wohnnutzung vorbehalten. Nicht nur die großflächig verglaste Fassade, sonst vor allem bei Bürobauten dieser Jahre zu finden, auch die Grundrissgestaltung war ihrer Zeit voraus, was eine Analyse anderer Stadthäuser aus den Wiederaufbaujahren zeigte, der sich Nidus nach Übernahme des Gebäudes von der Familie widmete. Entsprechend ihren Vorstellungen „weiterentwickeln und an heutige Bedürfnisse anpassen statt rekonstruieren“ setzten sich Nidus behutsam mit der gegebenen Struktur auseinander und reduzierten ihre Eingriffe in die Grundrisse auf das Wesentliche. Lediglich Sanitärräume und Küche verändern in den Regelgeschossen ihre Positionen, Letztere wurde aus der gartenseitigen Fassade herausgelöst und in den großen Wohn-Ess-Bereich an der Straßenseite integriert, an ihre Stelle wechselte das Badezimmer. Das ursprünglich dem Eingang gegenüberliegende Bad wurde dabei auf einen Toilettenraum reduziert. Größere Eingriffe erfolgten in den beiden unteren Geschossen durch die Umwandlung des Büros in eine zum Garten hin orientierte und von der Straße nur teilweise einsehbare Wohnung auf zwei Ebenen. Im rückwärtigen Bereich erhielten die fünf Wohneinheiten zusätzliche Qualität über die auf der gesamten Fassadenbreite hinzugefügten Balkone, die sich mit ihrem schlichten Entwurf in die ursprüngliche Gestalt des Gebäudes einfügen. Der dunkle Fassadenklinker prägt das neue Farbkonzept des Gebäudes, ohne dabei das Vertraute zu nehmen. Der behutsame Wandel eines Stadtbausteins, der das Vergangene ablesbar macht, aber im Heute angekommen ist.

Impressionen