
WERTE | WANDEL | WOHNEN am Wacholderweg
Ausgangspunkt dieses Projekts bildet ein von Wohnzeilen, Einfamilien- und Reihenhäusern umgebenes Einfamilienhaus der 1950er-Jahre auf einem rund 2.600 Quadratmeter großen Grundstück in Berlin-Westend.

„Die Transformation des Vorhandenen vollzieht sich im Entdecken der materiellen und immateriellen Spuren des Hauses. Werte im Wandel verändern Form und prägen eine Ästhetik nachhaltiger Wertschöpfung.”

Benita Braun-Feldweg, Matthias Muffert
Beim Bestandsgebäude stand die Ressourcenschonung im Mittelpunkt. Bei kaum veränderter Tragstruktur setzten die Architekten für den Umbau auf modulare Holztafelbauweise mit geschraubten oder gezimmerten Verbindungen und recycelbare, leicht trennbare Materialien. Im Sinne von Re-Use und Upcycling wurden zahlreiche Elemente des Bestands kreativ weiterverwendet: Treppengeländer und Fenstergitter sind nun Spielgeräte im Garten, und die alte Küchenzeile der 1950er-Jahre dient heute als gemeinschaftliche „Pflanzküche“. Ebenfalls in Holztafelbauweise entstand der langgestreckte neue Baukörper mit Laubengangerschließung, der im Bereich der Gemeinschaftsterrasse in der Gebäudefuge direkt an den Altbau anknüpft. Im Neubau befinden sich 115 Quadratmeter große 5-Zimmer-Wohnungen, deren innere Erschließung die Split-Level-Typologie des Bestands aufgreift. Separat auch von außen zugängliche Pufferräume können als Homeoffice, Gästezimmer oder als optionale interne Wohnungserweiterung etwa bei wachsenden Familien genutzt werden. Die Aufständerung des Neubaus trägt zur Erhaltung des natürlichen Geländeverlaufs bei und erweitert den Garten um einen überdachten Raum für gemeinschaftliche Aktivitäten. Die Energieversorgung kommt ohne fossile Energieträger aus. Zwei kaskadierend geschaltete Luft-Wärmepumpen in Kombination mit Photovoltaikanlagen erzeugen Heizung, Warmwasser und Allgemeinstrom. Der Neubau erfüllt den KfW-40-EE-Standard, der sanierte Bestand erreicht den KfW-55-EE-Standard. Ergänzende passive Maßnahmen – etwa optimierte Fenstergrößen oder die Möglichkeit zur Querlüftung – reduzieren den Energiebedarf zusätzlich. Regenwasser wird durch eine extensive Dachbegrünung aufgenommen und in einer Zisterne gesammelt, um zur Gartenbewässerung wiederverwendet zu werden.

