erster Preis Wohnbauten des Jahres 2025

Wohnen im Baakenhafen Hamburg – Nachbarschaft in der Baugemeinschaft „HeimatMole“

Anlegen. Ankommen. Bleiben

Wesentliche Merkmale der Hamsondere das städtebauliche Konzept mit hochwertigen öffentlichen Räumen, die ausgeprägte ökologische Nachhaltigkeit und die soziale Mischung der Bewohnerschaft. Zu den letzten freien Baufeldern zählt die Landzunge des Baakenhafens zwischen Lohsepark und dem Elbbrücken-Quartier. Hier werden bis 2030 rund 3.500 Wohnungen und 13.000 Arbeitsplätze entstehen. Für das Baufeld 97 in diesem Areal gewann das Architekturbüro zillerplus einen geladenen Realisierungswettbewerb für ein Baugruppenhaus der Baugemeinschaft „HeimatMole“.

Anzahl der Wohneinheiten16
Wohnfläche2.053 m2
StandortHamburg (D)
BauherrschaftPlanungsgemeinschaft HeimatMole GbR
Planungsbürozillerplus Architekten und Stadtplaner GmbH
Planungsbürozillerplus Architekten und Stadtplaner GmbH
Zum Profil
FotografieFlorian Holzherr, Hartmut Nägele
„In unseren Entwürfen flirtet das Alltägliche mit dem Speziellen. ­ zillerplus macht sich auf die Suche nach den bestehenden, oft aus pragmatischen und funktionalen Gründen und am Ort entwickelten ­ gewachsenen Strukturen. Aus der Faszination für das Vernakuläre ­ ziehen wir unsere Inspiration. Die entstehenden ­ Lösungen sind oft ­ pragmatisch, gelegentlich radikal, so selbstverständlich wie möglich und so innovativ wie nötig.“

Michael Ziller, zillerplus Architekten und Stadtplaner GmbH

Die Baugemeinschaft definierte drei Leitmotive, die als übergeordnete Ziele dienen, zugleich aber auch in gebauten Raum umgesetzt werden sollten: „Anlegen. Ankommen. Bleiben.“ Eine besondere Rolle für die Architekten spielte das Leitmotiv „Ankommen“. Denn für die Baugemeinschaft bedeutet dies, „offen für jedermann zu sein und passenden Raum für fast jedes Lebensmodell zu schaffen. Das heißt auch, die synergetische Co-Existenz von Arbeit und Leben, Komfort und Energieeffizienz, Familien- und Individualhaushalten sowie Jung und Alt in einem einzigen Wohnquartier zu fördern.“ Die architektonische Übersetzung dieses Leitmotivs mündete in einem achtgeschossigen Wohnhaus, in dem pro Etage zwei zwischen 100 und 110 Quadratmeter große Wohnungen untergebracht sind. Gemeinsam genutzte Bereiche, wie etwa Wohnzimmer und Küche, befinden sich meist auf der Gartenseite, während privatere Rückzugsräume zum Warftplatz orientiert sind. Grundlage für die Grundrisskonfigurationen bilden stets die individuellen Wünsche der Bauherrenfamilien. Eine Besonderheit des Grundrisskonzepts sind die sogenannten Schalträume, die in jeder Etage am mittigen Aufzugskern liegen. Sollte der Raumbedarf einer Familie wachsen, können diese Räume mitgenutzt werden. Teils lassen sich die Flächen einzelnen Wohnungen zuschalten, teils sind sie als separate Einheiten mit eigenen Eingängen konzipiert. Mit einer leicht geknickten Fassade und vielen bodentiefen Fenstern erscheint der Neubau zum Warftplatz vergleichsweise zurückhaltend. Auf der Gartenseite hingegen prägen in expressivem, durchgängig versetztem Zickzack vor die Fassade gesetzte Balkone das Bild. Mit fassaden- und bodengebundenen Pflanzen bewachsen, öffnen sie sich gleichsam als grünes Zimmer zum gemeinsam genutzten Garten an der Norderelbe.

Impressionen